Gewöhnlicher Löwenzahn

Gewöhnlicher Löwenzahn
(Taraxacum sect. Ruderalia)
Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Löwenzahn (Taraxacum)
Art: Gewöhnlicher Löwenzahnl
Wissenschaftlicher Name
Taraxacum sect. Ruderalia
Kirschner, H.Øllg. & Štepánek

Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) stellt eine Gruppe sehr ähnlicher und nah verwandter Art in der Gattung Löwenzahn (Taraxacum) aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) dar. Meist werden diese Pflanzen einfach als Löwenzahn bezeichnet, wodurch Verwechslungsgefahr mit der Gattung Löwenzahn (Leontodon) besteht.

staude
Wuchs:
Ausdauernd, mit blattlosen Stängeln und schrotsägeförmigen fiederteiligen Blättern in einer grundständigen Rosette.

mehr5gelb
Blüte: 
2,5 bis 5 cm breite Körbchen mit goldgelben Zungenblüten. Fruchtstand kugelig, bis etwa 5 cm groß.

vorkommen
Vorkommen:
Wiesen, Weiden, Parkrasen, an Wegen, auf Äckern.
Auf nährstoffreichen Böden. Häufig und sehr vielgestaltig.

samen
Samen:
Früchte tragen einen lang gestielten Haarkranz.
Für Kinder eine beliebte Pusteblume.

heilpflanzeVerwendung als Heilpflanze:
Im Frühjahr vor der Blüte geerntete, ganze Pflanzen.
Wirkstoffe: Sesquiterpenlacton-Bitterstoffe wie Germacranolide und Eudesmanolide, Triterpenalkohole wie (Tetrahydroridentin B, Taraxacolid-β-D-glucosid und andere), Carotinoide, Flavonoide, Phenolkarbonsäuren, Cumarine, Pythosterole, in der Wurzel im Herbst bis zu 40% Inulin, Mineralstoffe mit hohem Anteil an Kaliumsalzen.
Anwendung: Durch die Bitterstoffe wird die Sekretion der Verdauungsdrüsen angeregt, auch die Harnausscheidung wird gefördert, möglicherweise ist hier der hohe Kaliumgehalt beteiligt. Anwendung findet Löwenzahn als appetit- und verdauungsförderndes Mittel, bei Störungen des Gallenflusses und zur Durchspülung der Harnwege bei Entzündlichen Erkrankungen und Steinbildung.

Bildergalerie

Pollenfarbe

 

Pollen

Nektar

Blütezeit und Pollenwert Blütezeit und Trachtwert
März April Mai Juni Juli Aug. Sep. März April Mai Juni Juli Aug. Sep.
 4  4  4  4  4  3  3  3  3  3

(Legende: 4 = sehr gut • 3 = gut • 2 = mittel • 1 = gering • 0 = nichts)

 

Zitate aus „Das Trachtpflanzenbuch“, Maurizio/Grafl, Ehrenwirth Verlag:

 

…Der Löwenzahn gehört zu den Arten, deren Blütenkörbchen ausschließlich aus zweigeschlechtigen Zungenblüten bestehen. Die Körbchen sind vielblütig, die einzelnen Blüten in mehreren Reihen rosettenartig angeordnet. Die leuch­tend orangegelben Zungen der Blütchen sind radial nach außen gerichtet und nehmen von innen nach außen an Länge zu (12-15 mm). Das Nektariengewebe liegt als ringförmiger Wulst am Grunde des Griffels und wird durch dessen Leit­bündel versorgt. Die Kronröhre ist 4-5 mm lang, so daß der Nektar auch für kurzrüßlige Insekten zugänglich ist. Die Löwenzahnblüten haben die Eigen­schaft, kurzwellige (ultraviolette), für das menschliche Auge nicht wahrnehm­bare Lichtstrahlen zu reflektieren. So erscheinen die für unser Auge orangegel­ben Blüten dem Bienenauge als ultraviolett.

Die Blütenköpfe des Löwenzahns sind nur während weniger Stunden des Ta­ges geöffnet und für Insekten zugänglich. Die Pflanze wurde deshalb von Linne in die »Blumenuhr« aufgenommen…

…Bei einsetzendem Regen schließen sich alle Blütenköpfe in kürzester Zeit, so daß die leuchtend gelben Löwenzahnwiesen grün werden. Der Insektenbeflug richtet sich nach dem Öffnungsrhythmus der Blüten, d. h., Nektar und Pollen werden hauptsächlich während der Vormittagsstunden gesammelt…

Der Zuckergehalt des Löwenzahnnektars liegt zwischen 18 und 51%. Über die Menge des täglich abgesonderten Nektars sind keine Einzelheiten bekannt. Im Zuckerspektrum herrschen Fruktose und Glukose mengenmäßig vor, wobei Glukose an erster Stelle steht (Verh. Fr/Gl = 0,81; Verh. S/Fr+Gl = 0,22).

… So bietet der Löwenzahn eine ausgesprochene Morgentracht, wobei über 50% der Pollen­höschen zwischen 7 und 9 Uhr eingetragen werden. Das Hinausziehen der Lö­wenzahn-Pollentracht bis in die Mittagsstunden ist dem Umstand zu verdanken, daß sich die Blütenköpfe je nach der Besonnung ungleichmäßig öffnen (in Hö­henlagen z. B. an Sonnen- und Schattenhängen). Die Bienen bepudern sich beim Besuch der Löwenzahnblüten über und über mit Pollenkörnern, so daß Löwen­zahntracht an den Fluglöchern an der gelben Farbe der heimkehrenden Tracht­bienen zu erkennen ist…

…Die Pollenkörner sind von einer gelben Ölschicht überzogen, die den Bienen das Formen der Höschen erleichtert. Nach Fütterungsversuchen mit Bienen wurde Löwenzahnpollen zur Gruppe der biologisch mittelgut wirksamen Pol­lenarten gestellt. Als ausgiebige Nektar- und Pollenquelle spielt der Löwenzahn sowohl in der Niederung wie in der voralpinen Stufe eine wichtige Rolle in der Frühjahrsentwicklung der Bienenvölker.

Literatur:

A Colour Guide to Pollen Loads of the Honey Bee; William Kirk. (Pollenfarben)
Bienenweide; Günter Pritsch.
Was blüht denn da; Kosmos Verlag
Die Flora Deutschlands und der angrenzenden Länder; Schmeil-Fitschen
Pflanzensoziologische Exkursionsflora: Für Deutschland und angrenzende Gebiete.
Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder

 

Ähnliche Einträge